Der CDU-Kreisverband Stormarn spricht sich für eine Arbeitsmarktpolitik aus, die Leistungsbereitschaft stärkt, Fachkräfte sichert und zugleich den Lebensrealitäten der Beschäftigten gerecht wird. Vor diesem Hintergrund sieht der Kreisverband den aktuellen Vorstoß der Mittelstands- und Wirtschaftsunion zur Einschränkung von Teilzeitrechten kritisch.
„Wer will, dass mehr Beschäftigte aus der Teilzeit in die Vollzeit wechseln, muss zuerst die Rahmenbedingungen verbessern“, erklärt Marion Schiefer, Vorsitzende der CDU Stormarn. „Teilzeit ist in Deutschland – insbesondere für Frauen – in den allermeisten Fällen keine Lifestyle-Entscheidung, sondern eine strukturelle Notwendigkeit. Wenn aktuell rund 70 Prozent der Mütter in Teilzeit arbeiten – eine ganze Reihe von ihnen sogar unterhalb ihrer Qualifikation, während der Anteil bei Vätern bei etwa zehn Prozent liegt, bedeutet dies: Teilzeit ist kein individuelles Komfortmodell, sondern noch immer Ausdruck einer unzureichenden Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege.“
Schiefer warnt davor, Teilzeit pauschal zu problematisieren oder rechtlich einzuschränken. „Wer Teilzeitrechte abbauen will, ohne gleichzeitig für verlässliche Kinderbetreuung, planbare Arbeitszeiten und echte Flexibilität zu sorgen, riskiert das Gegenteil des Gewollten: den Rückzug qualifizierter Arbeitskräfte aus dem Erwerbsleben“, mahnt die Kreisvorsitzende.
Besonders kritisch sieht der Kreisverband, dass der Vorstoß die eigentliche Kernfrage ausblendet: Mehrarbeit lohnt sich für viele Menschen finanziell kaum. Hohe Abgaben, steigende Steuerlast und der Wegfall von Sozialleistungen führten dazu, dass zusätzliche Arbeitsstunden oft nur einen geringen Nettoeffekt haben. „Leistung muss sich spürbar lohnen. Wer Mehrarbeit einfordert, muss zunächst die steuerlichen Fehlanreize beheben“, betont Marion Schiefer.
Der CDU-Kreisverband Stormarn favorisiert stattdessen bessere steuerliche Anreize für Mehrarbeit und flexible Arbeitszeitmodelle über alle Lebensphasen hinweg.
„Eine moderne Arbeitswelt entsteht allein durch kluge Rahmenbedingungen“, so die Kreisvorsitzende. „Das ist wirtschaftlich vernünftig, sozial gerecht und entspricht dem Anspruch der CDU, Familie und Leistung gleichermaßen zu stärken.“

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