Während des Treffens zwischen dem Kreissportverband und dem Vorstand der CDU-Kreistagsfraktion ging es um die finanziellen Zuwendungen für den Sport und der Bitte des Kreissportverbandes, um eine verlässliche Planungssicherheit zu erhalten.
Der Kreissportverband erläuterte seine Schwierigkeiten, die 165 Sportvereine im Kreis zu unterstützen. Ohne finanzielle Planungssicherheit können auch keine Sportübungsleiter geschult und Sportprojekte für Jugendliche und Senioren geplant und verwirklicht werden.
Der Kreissportverband bezuschusst die Ausbildung von Übungsleitern, die im Kinder- und Jugendbereich tätig sind, jährlich mit 134.000 €. Diese Gelder erhält der Kreissportverband vom Kreis und von der Stiftung der Sparkasse.
Der Kreis steht in einer Verpflichtung zum Sport, da er auch in der Landesverfassung verankert ist. Die Förderung des organisierten Sports in Anerkennung seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung fand im Jahr 1998 als Staatszielbestimmung Aufnahme in der Landesverfassung Schleswig-Holstein.
Der Kreissportverband Stormarn verfügt über keine planerische Möglichkeit und beabsichtigt mit dem Kreis dazu einen Vertrag abzuschließen. Alle anderen Kreise in Schleswig Holstein haben deshalb einen Vertrag mit dem Sportverband abgeschlossen.
Dazu der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Joachim Wagner:
„Das Gespräch zwischen Vertretern des Kreisportverband und der CDU-Kreistagsfraktion fand in einer ausgesprochen sachlichen Atmosphäre statt. Wir freuen uns darüber, dass dieses Gespräch stattgefunden hat und die zu erwartende schwierige Finanzlage des Kreises auch dem Kreissportverband nicht verborgen geblieben ist. Für den kommenden Haushalt des Kreises ist mit einem Defizit von 7 Millionen € zu rechnen. Bei einem Gesamthaushalt von über 190 Millionen € ist dies sicherlich kein Pappenstil. Um 7 Mill. € über eine mögliche Erhöhung der Kreisumlage hereinzuholen, würde dies eine 4 %-ige Erhöhung der Kreisumlage insgesamt bedeuten, d.h., die jetzt schon gebeutelten Kommunen müsste noch mehr finanzielle Mittel aufbringen, damit der Kreis seine Aufgaben erfüllen kann.
Da mit Mehreinnahmen kaum zu rechnen ist, wird sich die CDU-Fraktion zum jetzigen Zeitpunkt auf keinerlei Zusagen einlassen können. Wir bitte dafür um Verständnis. Außerdem rechnen wir damit, dass auch noch weitere Vereine und Verbände zu uns kommen werden, um uns ihre schwierige finanzielle Situation zu schildern und finanzielle Unterstützung einzufordern.
Wir stehen dem Sport grundsätzlich sehr positiv gegenüber, schätzen die Leistungen des Sportverbandes mit ihren Vereinen und kennen die Verpflichtung zur Unterstützung des Sportes. Aus kreispolitischer Sicht hätten wir auch gern einen Vertrag mit der Landesregierung, um für den Kreis und die Kommunen Planungssicherheit zu erzielen. Leider kommen aus Kiel dazu auch noch keine positiven Nachrichten. Außerdem stammen die in anderen Kreisen abgeschlossenen Verträge mit den Sportverbänden aus anderen Zeiten. Sie sind unter anderen haushaltspolitischen Voraussetzungen entstanden. Wir bitten den Kreissportsverband seine Vereine auf die zu erwartende schwierige Haushaltslage einzustimmen!“
Wir stehen vor enorm schwierigen Entscheidungen im Kreis Stormarn. Es ist zu erwarten, dass wir alle Leistungen des Kreises auf den Prüfstand stellen müssen. Leider bleibt uns gar nichts anderes übrig! Der Kreis wird sparen müssen, um seinen gesetzlichen Aufgaben und seiner Ausgleichsfunktion gegenüber den Kommunen gerecht zu werden. Wir nehmen gern Ideen und Anregungen von außen entgegen und setzen uns gern mit ihnen auseinander! Dies war mit Sicherheit nicht das letzte Treffen mit dem Kreissportverband.“